Mittwoch, 30. Dezember 2009

noch 'ne Zwischenzeit ...

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Wenn wir "unsere" Runde gemeinsam walken, benötigen wir 57 Minuten für die etwa 6,5 Kilometer. Wenn meine bessere Hälfte dieselbe Runde alleine walkt, benötigt sie 53 Minuten.
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Was könnte ich daraus lernen?
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Samstag, 26. Dezember 2009

Zwischenzeit ...

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Jetzt ist die Zeit, heute der Tag, in dieser Sekunde der Augenblick, nicht der Wolf zu sein, nicht auf der Lauer zu liegen, nicht nach Marktanteilen, Stückzahlen, Umsatz Ausschau zu halten, nicht schneller, besser, erfolgreicher sein zu müssen als alle anderen. Keine Pole Position, alle Zeiger auf Null.
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Einige Herzschläge lang steht die persönliche Zeitnehmung still, hat jemand an der Stoppuhr den Knopf "Stop" gedrückt.
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Die Zeit, in der man klarer als irgendwann sonst im Jahr erkennen kann, wie klein und unbedeutend unsere Rolle auf der Weltenbühne ist. Klarer als irgendwann sichtbar wird, worauf es wirklich ankommt, worin vielleicht der Sinn liegen könnte: Familienzeit, generationenübergreifend, Zeit für Freunde, Zeit zu teilen, Weihnachtszeit.
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Donnerstag, 17. Dezember 2009

's wird wärmer ...

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's hat nur mehr minus 14, ich glaube der Winter dauert nicht mehr lang ...
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Mittwoch, 16. Dezember 2009

update weather report ...

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- gefühlte Temperatur: kontinental (= arschkalt)
- gemessene Temperatur: minus 17 Grad
- Verhaltensmaßregel: Vodka & Sauna, mehrmals täglich
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Unser Hausmeister hat heute die Thermostate von den Heizkörpern im Büro abgeschraubt, aber nur in unserem Büro, weil wir seiner Meinung nach durch "Überregulierung" die Temperatur in den umliegenden Räumen empfindlich stören. In den Nachbarbüros ist es zwar wirklich eiskalt, aber der Hausmeister ist ein Trottel, wenn er glaubt durch diese Maßnahme zu einer gerechteren Verteilung der verfügbaren Heizleistung zu gelangen. Finanzdienstleister wissen, wie man auch ohne Regler auf volle Leistung kommt!
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(dies ist unser Hausmeister, ein Trottel)

Dienstag, 15. Dezember 2009

weather report Kyiv ...

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Mitternacht, ich verlasse das Bürogebäude (nicht als letzter):
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  • gefühlte Temperatur: arschkalt
  • gemessene Temperatur: minus 10 Grad
  • leichter Schneefall
  • Finger frieren nahezu am Lenkrad fest
  • fahre zu meiner neuen Wohnung: 21 Kilometer
  • über Dnipro-Uferautobahn: 21 Minuten
  • in der Wohnung: arschkalt, aber wenigstens kein Schneefall

Sonntag, 13. Dezember 2009

noch a place to be ...

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Sich mit guten Freunden bei Eiseskälte am Glühweinstandl aufwärmen, vertraut sein, schwadronieren, Spaß haben!
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Da spüre ich Vertrauen, Zusammengehörigkeit, Heimat, Freundschaft, Vorbehaltlosigkeit, Offenheit, Neugier, gut aufgehoben sein, angekommen sein (und ein innerliches, wärmendes Wallen (vom Glühwein))!
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Ja, Freunde, wer könnte da wohl gemeint sein?
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Donnerstag, 10. Dezember 2009

a further place to be ...

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An einer Käsetheke in der Feinkostabteilung eines Konsumtempels, vor mir einen Teller herrlichster Käseauswahl exotischster Herkunft und Konsistenz, nebst einem Glas Weißwein und dünnen Weißbrotscheiben. Neben mir meine große Liebe mit aus Vorfreude glänzenden Augen: Ruth!
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Da spüre ich vorbehaltloses vertraut und eins sein, in Liebe und Genuß vereint!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

a place to be ...

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Das stand kürzlich in einem Blog, den ich jeden Tag mindestens 3 x auf neue Einträge gecheckt habe, weil ich nicht wusste und immer noch nicht weiß, wie ein RSS-Feed funktioniert.
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Ich verrate hier einen meiner "favorite places to be":
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In Kyiv im herbstlichen Frühverkehr auf der Paton Mist oder Jushni Mist (das sind Brücken über den Dnipro, die ich täglich fahre), wenn noch der Nebel tief über dem Fluß schwelgt, von unten scheints gefüttert und immer stärker werdend, aber von oben schon die Sonne sich durchwühlt, und hinter den Schleiern der Glanz metallener Brückenpfeiler oder Straßenlaternen erahnbar wird.
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Da könnte ich auf der Stelle stehenbleiben, aus dem Auto springen, und mich ganz dem Augenblick ergeben. Weil ich aber in der Verkehrslawine rolle lasse ich nur das Fenster runter und genieße den Duft der feuchten Schwaden, gepaart mit Smog aus Millionen Auspuffrohren und mindestens so vielen Schornsteinen.
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Da spürst Du das Leben, Geburt und Tod in einem Atemzug!

Montag, 30. November 2009

Auf's und Ab's

Yo, gestehe, hatte (und habe) einiges um die Ohren, und erst letzte Nacht mühsam wieder einen Internetzugang in der neuen Wohnung eingerichtet. Wireless versteht sich.
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Außerdem wohne ich jetzt so nahe an meinem Fitnessclub (er gehört mir selbstverständlich nicht, ich bin dort aber zahlendes Mitglied), dass ich kaum mehr zu etwas anderem komme als "workout".
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Das Geschäft läuft gerade hervorragend, und ich werde dies Jahr mit doppelt so hohen Finanzierungsanteilen abschließen als geplant. Das heißt zwar in Stückzahlen nicht viel, ist aber ein schöner Achtungserfolg, und eine gute Grundlage für weitere Erfolge. Schließlich ist dies alles noch ohne wirkliche Anstrengung gelungen, und noch ohne solide Vertriebsstrukturen.
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Musste heute meinen Fahrer kündigen, aus disziplinären Gründen. Eigentlich hat sich das schon länger abgezeichnet, aber ich habe es bisher einfach nicht übers Herz gebracht, mehr oder weniger aus sozialen Gründen, der Mann wird morgen 59 Jahre alt, hat also nicht mehr weit bis zum Zieleinlauf.
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Letztendlich hat es sich als Fehler erwiesen, nicht gleich bei den ersten aufkeimenden Zweifeln die Konsequenzen zu ziehen. Alles was danach kam, und wie sich das heute abgespielt hat, war nicht gut für das Unternehmen, und nicht gut für den Mann, der mir immer noch leid tut. Naja, ich denke ich habe etwas daraus gelernt. Ich mache den Job ja nicht erst seit gestern, habe eine erste Kündigung im Oktober 1993 ausgesprochen (die ist mir noch sehr präsent), tu mir aber immer noch schwer, Abstand zu halten ...
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Donnerstag, 19. November 2009

Ade Ljudmila, Ahoi Raissa

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Yo, ich übersiedle dieser Tage in eine neue Wohnung, noch zentraler gelegen (keine Parkmöglichkeiten mehr), direkt hinter der Sophienkirche. Größter Vorteil: der Sportclub, in dem ich Mitglied bin, liegt gleich um die Ecke. Es ist keine so große sportliche Herausforderung mehr, dorthin zu gelangen (früher: 3 Kilometer, jetzt: 300 Meter). Ist das eine fragwürdige Ansage?
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Meine neue Ljudmila, die liebenswerte Haushälterin, heißt jetzt Raissa, wohl eine alte Babuschka aus Sowjettagen, und ist anzunehmen, dass sie ein straffes Regiment führen wird.
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Habe heute den ersten Transport durchgeführt, dann schwomm ich.
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Das kann man ma so stehen lassen!

Donnerstag, 12. November 2009

Obacht!

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HIER ENDE DER KOMFORTZONE
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Vor geraumer Zeit habe ich ja einen Psychotest absolviert, mit einer hiesigen Spezialistin und in englischer Sprache, um den allgemein sehr begehrten Ukrainischen Aufenthaltstitel (etwa so etwas wie die Amerikanische "green card") zu erlangen (ja, es gibt viele die unbedingt in dieses Land kommen wollen, um hier ihr lang ersehntes Glück zu finden!).
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Nahezu wäre ich daran gescheitert, weil ich auf die Frage, ob ich mich denn gelegentlich über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer ärgern würde, wahrheitsgemäß mit "ja" geantwortet habe. Und nicht nur das, habe ich ausgeführt, sondern ich würde diesen anderen Verkehrsteilnehmern gelegentlich sogar regelrecht so lautstark wie erfolglos vorwerfen, sie seien der Straßenverkehrsordnung unkundig, eine Schande für ihr Vaterland und ein heillos versoffenes Pack, das die schwarze Pest als vergleichsweise harmloses Übel aussehen lassen würde.
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Kann es sein, hat mich die liebe Frau dann gefragt, dass Sie manchmal etwas abgespannt sind? (wie sie das auf Englisch gefragt haben könnte, ist mir heute nicht mehr erklärlich)
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Wie sie darauf käme, habe ich sie gefragt, und ich sei der ausgeglichenste Mensch überhaupt, und wie lange denn diese unwürdige Prozedur noch andauern würde.
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Woraufhin die weitere Befragung dann etwas ausführlicher ausfiel als ursprünglich zu befürchten war, und ich nur mit knapper Not einem umfangreicheren medizinischen Prozedere entging (einen halben Liter Blut hatte man mir zu diesem Zeitpunkt bereits abgenommen).
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Rückblickend betrachtet hatte die Analytikerin mit ihrer Analyse aber wohl recht: Was sagt ein derartiges Verhalten über mich selbst aus? Warum diese Emotionen in einer Situation, die ich nicht verändern kann? Könnte es sein, dass das ziemlich dämlich ist? Ja, könnte sein! Könnte man das im weitesten Sinne als erhaben anerkennen? Nein, keinesfalls!

Mittwoch, 4. November 2009

Prioritäten setzen

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Ich gebe an dieser Stelle mehr oder weniger öffentlich zu, dass ich die verordnete Kur mit selbst gebrautem Ingwertee nach erstmaliger Anwendung abgebrochen habe.
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Pfui Teufel, da falle ich doch lieber der bösen Schweinegrippe anheim als mir freiwillig ein solches Gebräu einzuflößen. Wenn das für einen Virus nicht gut verträglich ist, wie soll ich es dann aushalten?
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Ich habe umgestellt auf eine Vodka-Kur. Die hat zwar den erheblichen Nachteil, dass man ein Vielfaches der Menge zu sich nehmen muss, um nur die Hälfte der Wirkung (des Tees) zu erzielen, aber das Zeug geht eindeutig leichter runter, und je mehr man trinkt, desto noch viel leichter geht es (lall).
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take it easy

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Also, ich bin da auf einige philosophische Ansätze gestoßen, die sind echt krass, und zwar sogar so krass, dass es zu früh ist, hier darüber zu reflektieren, weil ich sie selbst noch nicht ganz verinnerlicht habe. Ich ziehe aber trotzdem schon mal den voreiligen Schluss, das man mit einer Portion Philosophie meistens nicht so weit daneben liegt, (fast) egal worum es geht.
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Man stolpert ja eigentlich andauernd über Abgründe, die einer näheren Betrachtung wert wären, wenn man denn nur seine ungeteilte Aufmerksamkeit für einen Augenblick darauf richten möchte.
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Hier zum Beispiel ist so ein Moment festgehalten, der unheimliche Tiefe birgt, und den ich mir nicht oft genug ansehen kann. Wer's noch nicht kennt > klicken! Es zahlt sich aus!
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Dienstag, 3. November 2009

swine flu


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Holla, hier ist ja echt die volle Grippewelle am Rollen, und nix mit impfen, nix mit grad mal was aus der Apotheke holen (die sind ausgeräumt), nix mit Schutzmasken, nix Tamiflu, sogar die Vitamin-C haltigen Früchte im Supermarkt sind ausverkauft, und Knoblauch sowieso (der hilft ja bekanntlich nicht nur gegen Vampire, sondern auch gegen zudringliche Weibsbilder und gegen Schweinegrippe).
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Also koche ich mir - nach Anleitung meiner Allerliebsten - einen Ingwertee. Der gerät so grauslich, dass das mit Sicherheit kein Virus überleben kann, selbst wenn es ein gutartiger wäre. Wenn ich diese Teekur überlebe, dann kann mir die Schweinegrippe nix mehr anhaben!
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Die Epidemie hat so einiges gezeitigt: heute kein "Nussknacker" Ballet in der Staatsoper, Händlerkonferenz storniert, Dienstreisen verschoben, Cocooning ist angesagt, mit 'nem guten Buch und ... Ingwertee!
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So manche Jubiläumsausgabe von "Krieg und Frieden" kommt da zu neuen Ehren und wird aus der hintersten Ecke hervorgekramt. Pech hat, wer da kein Buch sein Eigen nennt. Die armen Teufel müssen sich mit Anderem die Zeit vertreiben, und möglicherweise wird das Land in 9 Monaten eine unerklärliche Geburtenwelle erleben ...

Sonntag, 1. November 2009

Ratatouille



Früher hörte man gelegentlich, wenn es ganz still wurde, wenn man zum Beispiel nächtens oder wochenends arbeitend im zugigen Büro verbrachte, ein leises Trippeln in der Zwischendecke über sich. Das war die Maus, bzw. deren mehrere, auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Arbeiterbrigade: Brösel, Pizzaecken im Mülleimer, Zuckerreste am Boden, Kekse auf dem Tisch. Ab und an ließ sich eines der possierlichen Tierchen auch mal tagsüber blicken, huschte zwischen Damenbeinen und Drehstühlen quer durch's Büro, und verschwand hinter dem nächsten Aktenschrank. Dies sorgte stets für einige Aufregung in der Damenwelt, und herzliches Gelächter bei den Herren, welche sich zum Mäusefänger nicht geeignet erwiesen.
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Dieses Schauspiel fand ein jähes Ende, als der stellvertretenden Hausmeister der ungebetenen Gäste gewahr wurde, und seine Fähigkeiten als Kammerjäger unter Beweis stellte. Hier und da ein wenig Gift gestreut, und nach einigen Tagen war der Spuk vorbei. In der ein oder anderen Ecke roch es noch etwas süßlich-übel nach den nicht aufgefundenen ex-Störenfrieden, was angesichtes einer Kläranlage und einer Müllverbrennungsanlage in unmittelbarer Nachbarschaft nicht weiter auffiel.
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Heute aber war ein richtiges Getrommel und Getrampel aus der Zwischendecke zu vernehmen, fast wie die Stampede eines mittelgroßen Trupps von Springantilopen. Ich schätze mal, wir haben Ratten!

Samstag, 31. Oktober 2009

nice try

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Vor einigen Monaten hat die AmCham (Amerikanische Handelskammer) für Kyiv eine Warnung vor vermehrtem Auftreten von Trickbetrügern herausgegeben, vor allem rund um touristische Einrichtungen und höherwertige, von Ausländern gerne frequentierte Hotels.
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Eine der gängigeren Maschen sei es, an einem Opfer vorbeizugehen, sich dann plötzlich überrascht zu bücken, und ein dickes Bündel Geldscheine aufzuheben. Das Opfer wird dann daraufhin angesprochen, ob er dieses verloren habe, und im Zuge einer längerwierigen Diskussion, zu welcher dann i.d.R. noch weitere Akteure ("zufällige" Passanten oder schon auch mal ein vermeintlicher Polizist) stoßen, genötigt seine Brieftasche vorzuzeigen, wie es alle anderen Umstehenden auch machen. Und schwupps, ist diese weg, und alles Publikum eiligst verschwunden.
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Genau dieses Schauspiel ist mir heute nebst dem Hyatt Hotel widerfahren. Allerdings konnte ich vermittels der international verständlichen Redewendung "F.ck you, A....loch!" rechtzeitig vermitteln, dass mir das Prozedere geläufig sei, und ich im Übrigen momentan keine Zeit hätte.
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Dieses Ereignis zeigt einerseits, wie punktgenau die Warnungen der AmCham sind (danke!), und andererseits aber auch, wie wichtig Sprachkenntnisse sind, und hier nicht nur die gepflegteren Ausdrücke!
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Mütter, seht Euren heranwachsenden Teenagern ihre Sprüche nach, man kann nie wissen, wozu sie einmal gut sein können!




Freitag, 30. Oktober 2009

Blauer Efeu in der polnischen Mythologie

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Sorry Folks, ich war einige Tage außer Landes, und hernach selbstredend so mit Arbeit eingedeckt, dass mir am Blog zu arbeiten einfach nicht mehr möglich war (außerdem grassiert hier so etwas wie eine Schweinegrippe-Epidemie, und mir ist auch schon ganz schlecht).
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Vielen Dank aber an jene Wahnisnnigen (wahnsinnig lieben), welche sich so zahlreich (!) an der Abstimmung beteiligt haben, ist eh was klares bei rausgekommen, gell? Und danke auch für die Kommentare, die richten auf und spornen an, weil ich doch nicht nur für'n Hugo schreibe, sondern zumindest auch noch für Anita und für Schwimu. Danke Euch zwei beiden!
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Um aber auf den Punkt zu kommen, hier nun so etwas wie eine Auflösung:
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Die GESCHICHTE ist als solche selbstverständlich wahr, denn sie ist erzählt, oder hier halt geschrieben, steht damit im Raum, ist wahrnehmbar geworden, und auch wahrgenommen.
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Den blauen Efeu hingegen gibt es in der wissenschaftlich belegbaren Realität nicht, zumindest nicht so wie er hier beschrieben wurde, nicht mit diesen Eigenschaften, nicht in der skizzierten Gegend, nicht mit den blauen Wurzeln ...
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So unglaublich klang die Sache aber nicht, sie war schließlich in einen sehr realistischen Rahmen gebettet, auch schön mit gemeinhin anerkannten "Wahrheiten" gespickt (z.B. dass sich die Hohe Tatra über Südpolen und Nordslowakei erstreckt).
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Das kleine Experiment zeigt einfach einmal mehr und sehr klar, dass jedes Ding mindestens zwei Seiten hat (meistens sogar mehr), die mitunter sehr unterschiedlich, ja sogar völlig gegensätzlich (vgl. "wahr" und "falsch") sein können. Das unterstreicht auch sehr eindrucksvoll das "eindeutige" Umfrageergebnis. Es kommt doch letztendlich nur auf den Standpunkt an, nicht? Erinnert mich im weitesten Sinne ein ganz klein wenig an den Film "Die Welle".
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Ich persönlich schließe daraus, dass, wenn immer jemand einen "anderen" Standpunkt vertritt als ich selbst, vor allem wenn ich diesen (meinen) als zwingend logisch erachte, er dafür wohl einen guten Grund haben wird (oder verrückt ist). Diesen "guten Grund" gilt es zu erkennen und zu verstehen, oder einfach die selbe Sache aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
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Das kann ja von Haus aus mal nicht wirklich schaden, vielleicht führt es zu einer entscheidenden neuen Erkenntnis, oder wenigstens dazu, dass wir mit Bestimmtheit behaupten können, unser Gegenüber sei tatsächlich nichts anderes als völlig verrückt!
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Montag, 19. Oktober 2009

Versuch über die Wahrheit

Der blaue Efeu




Der Name des blauen Efeu kommt nicht etwa von einer wahrnehmbar anderen Färbung seiner Blätter im Vergleich zu anderen Vertretern seiner Gattung (Hedera), sondern vielmehr daher, dass seine Wurzeln ab einer Vegetationsdauer von etwa 50 Jahren eine bläulich-violette Färbung annehmen, und übrigens - wie bei allen Efeu-Sorten - giftig sind.
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Im Gegensatz zu den in Europa weit verbeiteten Sorten des gemeinen Efeu (Hedera helix), welche ein Höchstalter von mehr als 400 Jahren erreichen können, wird der blaue Efeu nichteinmal halb so alt. Zudem ist sein Verbreitungsgebiet beschränkt auf Tallagen in der Slowakischen und Polnischen Hohen Tatra.
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Wie sich ein Vertreter dieser robusten und weit verbreiteten Gattung lediglich innerhalb engster geographischer Grenzen entwickeln konnte, und welches die spezifischen Rahmenbedingungen seines begrenzten Auftretens sind, gilt in der Botanik bis heute als ungelöstes Rätsel.
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In der volkstümlichen Mythologie der Region, vor allem in der Gegend des heutigen südlichen Polen kam der blaue Efeu immer wieder als Sinnbild für Dauerhaftigkeit, aber auch als Synonym für das Unheimliche, Unbestimmbare und Böse vor.
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Ist diese Geschichte wahr oder falsch? (googeln zwecklos, aber erlaubt) Abstimmung links oben. Auflösung folgt!

Sonntag, 18. Oktober 2009

Dein Jakobsweg!

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Der Jakobsweg, für manche ein Irrweg, für viele ein Umweg über 800 Kilometer zu einer vagen Idee von sich selbst, für einige der Weg ihres Lebens.
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Für meine Allerliebste ein lohnendes Ziel. Nein, nicht Santiago, sondern der Camino. Und womöglich weniger im spirituellen Sinne als vielmehr wegen der sportlichen Herausforderung? Wer weiß das schon zu sagen ...
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... aber, meine Liebste, dieses weiß ich mit Gewissheit:
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Deine Kraft, das Band zu halten zu allen die ein Teil von Dir sind, sei es um die halbe Welt, quer über den Atlantik und weiter, sei es bis an den Finnischen Meerbusen an die Gestade der Newa, an den Dnipro, den Don, die Save, oder auch nur an die Salzach, den Alter- oder Steinbach: sie ist mit Dir gewachsen, und längst bist Du hierin einer Löwin ebenbürtig.
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Deine Liebe, stets bei den Deinen zu sein, jenen die waren, jenen die sind und jenen die sein werden, ist unerschöpflich und unsterblich, höher als der höchste Berg und tiefer als das tiefste Meer. Sie ist selbstlos. Sie ist unschuldig. Sie verlangt nach nichts, und gibt alles.
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Deine Neugier nach dem, was wohl hinter dem Horizont unserer Erfahrungen liegen mag, Deine vorbehaltlose Begeisterung für die kleinen Wunder wie für jeden noch so fernen und großen Gedanken, und Dein Enthusiasmus dem Sternenstaub zu folgen bis zum Fundament des Regenbogens: damit gibst Du ein leuchtendes Beispiel dafür, wie einfach es doch ist, die Welt als einen lebenswerten Ort zu bewahren, ein Stück weit bunter zu machen, ganz ohne Farb- und Pinselstrich.
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Und all dieses ist ständig mehr und stärker und größer geworden, seit ich Dich kenne, woraus sich folgerichtig nur ein einziger, simpler Schluss ziehen lässt:
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Längst schon bist Du auf diesem, Deinem Camino unterwegs, und weit bist Du schon ausgeschritten, nur siehst Du es nicht, ganz so wie man die Schneeflocke kaum noch als Wunder begreift, wenn sie mitten im Winter fällt!
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So kannst Du getrost dem realen Camino entgegenblicken, er wird für Dich nicht mehr als ein schöner, langer "Walk" sein. Und wenn's denn so kommt wie's kommen soll, dann gehen wir ihn gemeinsam, versprochen!
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Alles Liebe zum Geburtstag!
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S.

Samstag, 17. Oktober 2009

The true Pantusha story

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Pantusha, das ist der Name einer Katze, oder besser gesagt des Monuments einer Katze, welches im Park rund um das "Golden Gate" in Kyiv errichtet ist, gleich gegenüber des Eingangs zum Restaurant Pantagruel.
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Anlässlich einer Stadtführung für Freunde, für welche ich ein junges Studentenpaar, Marina und Evgeny engagiert hatte, bekamen wir auf die Frage, woran dieses Monument wohl erinnern würde, folgende Geschichte zu hören:
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Diese Katze war zu Vorzeiten häufig im und um das westliche Haupttor an der Kyiver Stadtmauer anzutreffen, eben das heutige "Golden Gate". Reisende, die bis hierher gekommen waren, und der Katze ansichtig wurden, und sie sogar berühren konnten, waren von ihr bezaubert, und ihnen war Glück und Wohlstand beschieden. Außerderm wären sie auf immer durch ein unsichtbares Band mit der Stadt verbunden, und würden bestimmt wiederkehren.
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Das war eine so schöne und rührende Geschichte, dass wir alle sogleich der Bronzekatze über das metallene Köpfchen fuhren, und insgeheim den Schwur taten, ganz bestimmt wieder zu kommen (sogar ich, der ich ja ständig hier lebe).
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Und während uns diese Geschichte erzählt wurde, hatten sich ringsum Grüppchen und ganze Schlangen von Leuten gebildet, meistens Westeuropäer, aber wohl auch manche der wenigen Ukrainer welche Englisch verstehen, und sind staunend dem Zauber verfallen. Der Reihe nach wurde nun Pantusha gestreichelt, und auf so manchem Foto festgehalten ...
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Irgendwann sehr viel später dann habe ich eine ganz andere Geschichte gehört:
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Im Jahr 1995 wurde an einer Ecke des Parks das ital. Restaurant Pantagruel, benannt nach dem Sohn des Riesen Gargantula, beides Figuren aus der Feder des Schriftstellers François Rabelais, eröffnet.
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Die Katze Pantusha war der gute Geist des Hauses, ein Maskottchen sozusagen, welches völlig vertraut Zugang zu allen Bereichen des Lokals hatte, und sich gerne und oft zwischen den Gästen herumtrieb, welchen sie rasch an's Herz wuchs. Unglücklicherweise brannte das Pantagruel irgendwann völlig aus, wobei der armen Katze auch ihre sieben Leben nichts mehr halfen, und sie sang- und klanglos für immer in der Asche verging.
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Der Besitzer hat das Lokal restauriert. Der Katze aber hat er ein Monument erreichtet, gleich gegenüber dem Eingang, so dass man meinen könnte, sie sei auch heute noch da. Recht stolz schaut sie in den Gastgarten hinüber, und ignoriert den nur einen Steinwurf entfernten Yaroslav den Weisen, einstigen Großfürst von Kyiv.
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Eine noch romantischere Fassung derselben Geschichte erzählt, dass das Monument von den Stammgästen des Pantagruel finanziert wurde, weil das Lokal ohne Pantusha nicht mehr dasselbe war wie vorher. So haben sie sich ein kleines Fenster in die Vergangenheit offen gehalten ...
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Als Hobby-Philosoph stelle ich hier mal folgende These auf: Beide Geschichten sind wahr, weil sie unsere Seelen berühren. Vielleicht ist eine davon erfunden, das mag sein.
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Aber muss sie deshalb falsch sein?

Dienstag, 13. Oktober 2009

Schönberg im Kamptal, 10.-11. Oktober

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Die diesjährige Kulturfahrt nach Schönberg im Kamptal verlief ohne größere Zwischenfälle, vor allem aber ohne Performance unserer sangesfreudigen Amseln, was der Stimmung keinen Abbruch tat, eher im Gegenteil ...
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Hier ein Stimmungsbild, entstanden NACH unserer Rückkehr, also in Mundenham im schönen Innviertel (Oberösterreich). V.l.n.r.: Sabine, Willi mit Felix, Franz, Evelin, Silvia, Rudi, Ruth mit Kaffeetassen.
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Man muss ehrlich sagen: die Truppe hat schon mal schlechter ausgesehen! DANKE an unsere Amseln!
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Außergewöhnliche Steigerung gegenüber früheren Fahrten: für nächstes Jahr wurde bereits Termin und Ort des Geschehens verabredet, es geht am 1. Oktoberwochenende 2010 nach Rust am Neusiedlersee ...
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See you there, beim Heurigen!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

wunderbares Dressing ...

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Habe fast vergessen, dass wir uns ja bei Kitchensecrets befinden. Wohl auch deshalb, weil ich ja Vegetarier geworden bin (zumindest bis auf Weiteres), und als solcher hauptsächlich auf diversen unverarbeiteten Gemüsen herumnage wie ein Feldhase.
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Hier aber eine kleine Köstlichkeit, die auszuprobieren sich lohnen könnte:
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Habe eben einen Salat gerichtet, in der Substanz bestehend aus Chicoree (geschnitten), Cocktailtomaten (halbiert) und etwas Fenchelknolle (geschnipselt). Der ist letztendlich ganz fein geraten, vornehmlich wohl auch wegen folgender Marinade:
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  • Balsamicoessig, drei, vier Schuss
  • etwa gleich viel Wasser
  • Meersalz, einen Seufzer
  • 1 TL Bayernsenf (für uns Ösis: Kremser)
  • o.k., einige Tropfen Kandisin
  • 2-3 EL Smetana 15 % (anstatt des Öls)

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Wer's nicht schon früher gesehen haben sollte: Smetana ist so etwas ähliches wie Sauerrahm. Ich verwende nur 15 %-igen. Hat garantiert weniger Fettgehalt als als das gleiche Dressing mit Öl (sparsam). Dafür bürge ich mit meinem Namen! (ich heiße übrigens Nepomuk, für die, die's nicht wussten)

Viel Spaß!



Geständnis oder Offenbarung?

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Als Philosophie-Lehrling im 1. Lehrjahr muss ich zugeben, noch nie etwas von Sartre, Kant oder Camus gelesen zu haben, dafür aber alle Bände von Asterix und so einiges von Charles Bukowski. Auch den ein oder anderen Mark Twain, gelegentlich Hesse und ab und an Lucky Luke.
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Wenn ich so recht überlege, war das alles ganz guter Stoff, und würde ich jederzeit wieder zugreifen.
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Denn von wem könnte man wohl mehr für's Leben lernen, als von Leutchen, welche sich einzig und allein davor fürchten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte?





Mittwoch, 7. Oktober 2009

Was sagt uns der Dunst einer Frittenbude?

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Trotz Regens und fortgeschrittener Stunde habe ich mich heute Abend zu Fuß auf den Weg zum Sportklub gemacht, um einige Runden im Pool zu drehen.
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Als ich den Platz der Unabhängigkeit überquerte, auf welchem 2004 die orangene Revolution ihren Siedepunkt erreichte, und ich an einer Gruppe junger Leute im Schutze eines Metro-Einganges vorbeikam, stieg mir der verlockende Duft von Pommes und Döner in die Nase. An dieser Stelle beginne ich mich mit der Frage zu beschäftigen, ob denn eine gesunde Ernährung, Sport in Maßen und ein grundlegend solider Lebenswandel es tatsächlich wert sind, auf derart profane Genüsse zu verzichten. Wozu? Um einen Takt älter zu werden?
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Vor dem Hintergrund meines derzeitigen Erkenntnisstandes als angehender, fakultativer und außeruniversitärer Philosophie-Student bin ich zu fogendem Ergebnis gelangt (und halte dies hier hauptsächlich für meine Kinder fest):
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Ganz klar und deutlich: JEIN!
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Soll heißen: NEIN, der Sinn liegt wohl nicht darin einen Takt älter zu werden, denn es kann uns - frei nach Miraculix - schon morgen ganz unvermutet der Himmel auf den Kopf fallen, und wir zählen die Radieschen von unten (sehr passend vor allem für Vegetarier).
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Und JA, es ist trotzdem wert sich an dem Genannten zu orientieren, um so gesund und frisch als möglich an jenen Horizont zu gelangen, an welchem uns der Himmel auf den Kopf fällt. Wann und wo das im Einzelfall sein wird, weiß nur das Orakel von Delphi zu sagen, welches bekanntlich der Kaiser Theodosius I per Edikt zum Schweigen brachte. Leider.
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ABER: sich gelegentlich eine Bosna oder ein Super-Mac Menü zuzuführen hat noch selten jemandem nachhaltig geschadet, und stellt zumindest klar, dass ungesunde Nahrungsmittel i.d.R. verdammt gut schmecken! (seufz) Es darf aber ruhig die Ausnahme bleiben ...
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Meine Pool-Runden habe ich dann gedreht, aber heute auf den Saunagang verzichtet, wegen Überfüllung derselbigen (es waren zwei Sportkollegen am Schwitzen) ...





Sonntag, 4. Oktober 2009

"ich liebe" (я люблю)

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Heute Morgen, 7:00 a.m. (hiesiger Zeit) eine Stunde Bugwellen ziehen im Pool des Sportklubs Olympus, dem ich kürzlich beigetreten bin (!), danach Sauna, hernach eiskalter Jet-Stream, dann zum Geschäftsfrühstück in's Interconti. (Dort gibt es Thunfisch am Buffet. Steht der nicht auf der roten Liste der bedrohten Tierarten? Ist es unmoralisch hier zu äußern, dass Thun verdammt gut schmeckt?)
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Vor dem obligatorischen Sonntagnachmittag im Büro noch schnell Mittagessen zubereiten. Rasch und einfach soll es sein, hatte eh schon professionelles Frühstück, also:
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Kohlsprossen (рассада) in etwas Wasser weichdünsten (das dauert dann aber doch, die verdammten Dinger sind hart wie Eichenholz), Meersalz und Pfeffer jew. im Ganzen d'rangeben. Wenn es unter uns bleibt, gebe ich noch zu, dass ich am Ende ein paar Tropfen steirisches Kürbiskernöl (gibt's hier in den Spezialitätenabteilungen) d'rübergeträufelt habe.
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Das war's auch schon: Kohlsprossen mit nix weiter! Welcher göttlichen Instanz ist es zu verdanken, dass derart schmackhaftes Grünzeug einfach so aus dem Boden wächst?
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Ich liebe!
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S.

P.S.: das mit den ".." zwischendrin ist auf den Umstand zurückzuführen, dass mir hin und wieder die Formatierung mit den Zeilenabständen völlig abhanden kommt; wie dem richtigerweise zu begegnen wäre weiß ich leider absolut nicht, aber mit den Punkten kommt's irgendwie hin ...

Samstag, 3. Oktober 2009

einmal Donbass und zurück

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Nachdem ich die ganze Woche auf Rundreise durch die östlichen Regionen der Ukraine war, muss ich feststellen, dass der Osten des Landes deutlich besser entwickelt und wohlhabender rüberkommt als der Westen. Kharkov, Zaporozhye, Dnepropetrovsk und Donezk sind als regionale Zentren schon recht beeindruckend, und zeigen was sie darstellen (wollen).
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Am 1. Oktober schließlich stand in Donezk der Besuch der Donbass Arena am Programm. Es spielten im Rahmen der Gruppenphase der Europe League Schachtjor Donezk gegen Partizan Beograd, das Schachtjor 4 : 1 für sich entschied, und sich damit an die Spitze der Gruppe J setzte.
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Mal davon abgesehen, dass ich mich diesem Sport nicht eben verbunden fühle, war das Arrangement im VIP Bereich mit angeschlossenem Restaurant und dezenter Kammermusik im Hintergrund doch gut auszuhalten. Für Speis und Trank war ausreichend gesorgt, alles sehr qualitativ, überraschend auch der gute Service.
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Ebenfalls im Stadion: Renat Achmetow, reichster Mann Europas, Besitzer des FK Schachtjor, Gönner der Region und Förderer der Partei der Regionen. Der Vorsitzende der Partei der Regionen und deren Kandidat für die kommende Präsidentenwahl, Viktor Yanukovych wurde in sowjetischer Manier durch den Stadionsprecher begrüßt.
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Traurig aber wahr: Donezk wird wohl überwiegend für Yanukovych stimmen, womit meine schöne Wahltheorie (siehe weiter unten) sogleich den Bach (hier: den Don) runtergeht.
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Die emotionalsten Augenblicke: bei jeder guten Kombination der Ukrainer fährt mir ein Schauer über den Rücken, ich zittere eigentlich für Partizan, aus persönlicher historischer Verbundenheit. Am Ende: Donezk gewinnt überlegen und hoch verdient, wird zum Gruppenersten, und rund um das Stadion wird ein Feuerwerk gezündet wie zu Silvester. Alle liegen sich in den Armen, auch ich mit den mich umgebenden Geschäftspartnern. Danach folgt ein Fest bis tief in die Nacht ...



Donnerstag, 17. September 2009

die Tücken vegetarischer Küche

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Wer der Gruppe der Vegetarier angehört, und als solches selbst für die Beschaffung, Lagerung und Zubereitung seiner Nahrungsmittel verantwortlich zeichnet, wird mitempfinden können, durch welche harte Schule ein jeder Jungvegetarier (selbt solche höheren Alters) gehen muss:
Ist man als Alles(fr)esser von jeher daran gewöhnt, seinen Proviant zyklisch anzuschaffen, also im Rahmen strukturierter Monats-, Wochen- und Tageseinkäufe, so ist dies wirtschaftlich wie nahrungstechnisch völlig korrekt, und derart weises Zuwegegehen auf's Äußerste zu begrüßen (das mach ich dann also mal gleich: "Grüß Gott").
Wird nun dieser Mensch auf Vegetarismus umgestellt, und setzt sein Beschaffungswesen unreflektiert fort, so wird er nach sehr kurzer Zeit feststellen, dass das Grünzeug nicht nur deshalb so heißt, weil es gelegentlich gesunde, grüne Farbe aufweist (es kann sich ja auch um rote Rohnen, gelbe Rüben oder lila Artischocken handeln), sondern weil es bei unsachgemäßer oder zu langer Lagerung ZWANGSLÄUFIG eine ungesunde, grünliche Konsistenz annimmt, welche hie und da auch in's bläu-bräunliche schlagen kann. Kurzum: das Innenleben der Vorratskammer entwickelt eine gewisse ungewollte Eigendynamik.
Der lernfähige Jungvegetarier erarbeitet sich mühsam tiefere Kenntnisse über den erhabenen Umgang mit seinem Essen, welche unseren Ahnen in die Wiege gelegt war, wir aber keinen blassen Schimmer mehr von haben. Unter mühsam ist hier insbesondere zu verstehen, dass er vorerst einige Kühlschrankfüllungen investiert, in den 4. Stock hochschleppt (denn er fährt ja aus Prinzip nicht mit dem Lift (nicht etwa aus Angst er könnte steckenbleiben)), und einige Tage später, in etwas veränderter chemischer Beschaffenheit und nicht mehr ganz geruchsneutral dieselben Treppen wieder hinunter, und zum Müllcontainer trägt.
Ich wage also folgende Ansage:
Für den angehenden Vegetarier gilt es, den Prozess der Nahrungsbeschaffung in kürzeren Rhythmen zu organisieren als er dies von früher her gewohnt war. Wenn er langfristig plant, umfasst das einen Horizont von maximal 3 Tagen, wobei hier schon Vorsicht bei der Wahl des Gemüses ratsam erscheint. Bei Kohlrabi würde ich sagen "könnte klappen", bei Bananen eher "nein".



Dienstag, 15. September 2009

Theorie zum Wahlergebnis

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In Ukraine findet am 17. Jänner 2010 ein Wahlgang um das Präsidentenamt statt. Nach langem hin und her und vielen Querelen hat man dieses Datum schließlich in's Auge gefasst, was so viel heißt, dass das auch noch in's Auge gehen könnte, bzw. die Wahl doch nicht an besagtem Tage stattfinden könnte. Das ist aber eine andere Geschichte, und das ist eben Ukraine ...

Der Wahlkampf um das Präsidentenamt ist vollends über uns hereingebrochen, bereits Monate vor der Wahl wird Stellung bezogen, sich positioniert, gerechtfertigt, zurückgewiesen, angekündigt und versprochen. Politische Tagesarbeit ist seit geraumer Zeit und für weitere geraume Zeit nicht darstellbar, daran ist man hier gewöhnt, Stillstand ist bereits als Fortschritt zu werten, denn es könnte ja auch schlimmer sein (zum Beispiel die Steuern auf Vodka erhöht werden).

Jedenfalls habe ich eine Theorie zum Wahlausgang, und zwar folgende:


Julia Timoschenko, heutzutage Premierministrerin (hier oft lieb übersetzt als "Premierin"), welche sich auch in die Schlacht um das höchste Amt im Staate geworfen hat, wird die Wahl mit 100 % der abgegebenen, gültigen Stimmen gewinnen!


Das klingt vielleicht verrückt oder realsozialistisch, ist es aber nicht, sondern es gibt ein völlig rationales Erklärungsmodell hierzu:

  1. rund 50 % der Wahlberechtigten sind Frauen: schon aus rein feministischem Antrieb, und weil wir hier nach wie vor in einem schlimmen Patriachat leben, können Frauen konsequenterweise nur die einzige Frau auf der Kandidatenliste wählen: Julia!

  2. rund 50 % der Wahlberechtigten sind Männer: und hier stoßen wir auf ein Paradoxon: gerade weil wir in einem Patriachat leben, und der Antrieb "der Männer" in einem solchen Umfeld noch eindeutiger zementiert ist als anderswo, werden folglich auch alle Männer "die Frau" (auch hier ist übrigens Julia gemeint) wählen (ich zumindest würde es tun, obwohl ich keine Ahnung über ihre politischen Absichten habe)

Ergo: 50 + 50 = 100 %. Sollten wider Erwarten nicht 100 % herauskommen, ist an dieser Stelle auch schon klar, aus welcher Gruppe die "Abweichlerinnen" stammen, nicht wahr?




Montag, 14. September 2009

Menüempfehlung für's Wochenende ...

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Da bin ich auf etwas wirklich feines gestoßen, gehobene Kulinarik sozusagen, und in der Zubereitung unübertroffen einfach.


SICH VON GUTEN FREUNDEN ZUM ESSEN EINLADEN LASSEN!


Ich war vergangenen Sonntag abend bei Pavlovic's, einer liebenswerten, befreundeten Familie aus Serbien zum Essen eingeladen. Jelena, die gute Seele des Hauses, hatte einen im Ganzen im Rohr gebratenen Schafskopf als Hauptgang auserkoren. Ich kann mir kaum etwas aufregenderes zum Dinner vorstellen als Schafskopf!

Leider war Dejan, ihr Göttergatte, so freundlich zeitgerecht darauf hinzuweisen, dass ich Vegetarier sei (während er, Serbe, Fleisch, und insbesondere Schafskopf über alles liebt). Also gab es gebratenes Lachsfilet mit Gemüsebeilage, Zuccini-Puffer und diversen Salaten. War auch gut.

DANKE, Dejan!

Als Nachspeise waren Blini mit herrlicher Marillenfüllung vorgesehen. Mein Freund Dejan hat auch hier gerade noch rechtzeitig darauf hingewiesen, dass ich Diabetiker bin, und dieses vorgesehene Mahl für mich genau eine tödliche Dosis sein könnte.

An dieser Stelle des Abends konnte ich nicht an mich halten, und musste offenbaren, dass ich zwar Vegetarier sei, aber kein militanter, und sich der Genuss des Grünzeugs ja tatsächlich erst dadurch vollständig offenbare, dass man dazwischen gelegentlich mal Fleisch probiert, namentlich gebratenen Schafskopf, um festzustellen, wessen man entsagt :-( (oder auch "seufz"). Und auch Diabetiker haben gelegentlich eine schwache Stunde, in denen ihnen Blini (bei uns eher bekannt als Palatschinken) naheliegender sind als ein langes Leben.

Jelena (deren Name übersetzt übrigens etwa "Reh" bedeutet), hat die Lage bzw. meine Verzweiflung richtig erkannt, und prompt Blini's aus der Pfanne gezaubert, welche ihresgleichen suchen. Kaum einmal, dass ich mich so nach einem Schafskopf verzehrt, und mit solcher Hingabe Blini gespeist habe.

Es ware ein schöner Abend, danke Jelena & Dejan (mit Alexa und Mina)!

Sepp

GAU oder KLAU ...

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Was unter GAU zu verstehen ist, weiß längstens seit 1986 (Tschernobyl) jedes Kind, ja sogar ein Super GAU lässt keine Fragen mehr offen (wenn's denn mal soweit ist, wird zu sehen sein, wer überhaupt noch in der Lage ist Fragen zu stellen ...).

Unter KLAU ist eigentlich etwas ganz ähnliches zu verstehen, aber halt eben nicht in globalen Ausmaßen, ja nicht einmal in kontinentalen oder nationalen, sondern in jedermanns (bzw. jederfraus) unmittelbarer Sphäre, sozusagen ein privater GAU, oder wörtlich übersetzt bekannt als "KLeiner AUsrutscher", gerne auch mal Lapsus genannt.

Ein solcher ist mir dieses Wochenende übergekommen. Ja, richtig gelesen: übergekommen. Denn er ist über mich gekommen, und nicht etwa nur mehr oder weniger zufällig untergekommen, sondern eben passiert, hat sich ereignet, ist mir wiederfahren. Wie dem auch sei, bin ich mir bis dato nicht sicher, wie dieses zu werten wäre. Und in Zeiten wie diesen muss man schon kleinste Anzeichen ernst nehmen und einer Reflexion unterziehen, sonst entziehen sie sich alsbald der Bewusstheit, und pflastern unseren Weg der fortgesetzten Erkenntnislosigkeit.

Schon länger trug ich mich mit dem Gedanken, dass es nicht schaden könnte, eine Kleiderbürste anzuschaffen, da im Haus recht viel und recht sinnlos gearbeitet wird, was zu gelegentlicher Lärm- sowie ständiger Staubentwicklung führt, welcher sich durch feinste Ritzen schlängelt, und vor allem im Treppenhaus zentimeterdick auf Stufen und Geländer sich ablagert (der Staub, nicht der Lärm). Mangels Sinn für das gemeinsame Eigentum, ein unseliges Erbe aus realparadiesischen Zeiten des Sozialismus, kümmert sich um das Treppenhaus kein Schwein. Also zieht man sich dort, wenn man es denn benutzt, gemeint ist hier das Treppenhaus, gelegentlich unschöne Verunreinigungen zu. Da ich das Treppenhaus ständig und ausnahmslos benutze, weil ich begründete Angst habe, in einer der technischen Errungenschaften des Kommunismus, dem Aufzug nämlich, stecken zu bleiben, und mich dann mangels Kenntnis der hiesigen Sprache nicht einmal mitteilen könnte, kommt mir das öfter mal vor (wer an dieser Stelle noch weiß, WAS öfter mal vorkommt, ist ein Denksportmeister!).

Kurz und gut: ich habe am Samstag eine Kleiderbürste käuflich erworben, und wie es sich gehört, beim Verstauen der Einkäufe diese (die Kleiderbürste) auf dem Kühlschrank abgelegt. Zu ordnungsliebende Anverwandte seien an dieser Stelle auf das kleine Wörtchen "auf" hingewiesen, also nicht "in", wie man vielleicht auch interpretieren könnte. So dämlich bin ich (noch) nicht!

Jedenfalls habe ich die Kleiderbürste dort zwei Tage lang liegen sehen, bis mir am Sonntag abend in den Sinn gekommen ist, dass ja am nächsten Morgen Ljudmila, meine Haushälterin kommen würde, und was die wohl davon halten könnte, eine Kleiderbürste auf dem Kühlschrank vorzufinden. Also habe ich nachgedacht, wo die Kleiderbürste denn besser zu verstauen wäre, um sie gegebenenfalls wieder aufzufinden, und aber auch nicht mit einer der Schuhbürsten zu verwechseln, was auf Kleidungsstücken unangenehm sichtbar werden könnte.

"Im Kleiderschrank!", fiel mir natürlich sofort, also nach einer unschlüssigen guten halben Stunde ein. Sogleich zur Tat schreitend und solcherart schwungvoll den Kleiderschrank öffnend fiel mein Blick unversehens auf eine ... KLEIDERBÜRSTE ... welche dort schon lag.

Ich hatte also offenbar dieselbe Idee, nämlich eine Bürste anzuschaffen, und dann diese auch noch im Schrank zu verstauen, um sie nicht mit einer Schuhbürste zu verwechseln, schon irgendwann einmal während der eineinhalb Jahre, welche ich jetzt in Kyiv wohne, gehabt. Beim besten Willen kann ich mich aber daran nicht mehr erinnern, und so bin ich nun stolzer Besitzer zweier Kleiderbürsten. Ja, wer sonst schon alles hat, dem kann ich eine Bürstensammlung nur wärmstens empfehlen ...

Fest steht mit heutigem Tage, dass ich mir wohl kaum eine dritte anschaffen werden, weil ich eigentlich schon genug Bürsten habe. Eine für den täglichen Gebrauch, und eine in Reserve, denn man kann ja nie wissen, wofür man die mal brauchen könnte. Unter täglichem Gebrauch ist allerdings hier zu verstehen, dass ich sie bestenfalls einmal in eineinhalb Jahren hervorhole, weil ich die dort schon befindliche, offenbar früher angeschaffte, erinnerlicherweise noch nie ihrer Bestimmung entsprechend (um Kleider zu bürsten?) hervorgeholt habe.

Wie ich das jetzt so schreibe, fällt mir aber ein, ich könnte eine der beiden um 10 Hrywna (entspricht etwas mehr als einem Doller, vielleicht so etwa 80 Euro-Cent) an irgendjemanden in der Firma verkaufen. Habe dort vor einigen Tagen ein "Schwarzes Brett" als Datenbank eingesetzt, aber noch keine Frequenz drauf. Werde mal eine der Bürsten (die neuere) als Angebot reinstellen, und sehen, ob sie jemand haben will.

Ja, das ist eine gute Idee, so wird aus dem KLAU doch noch eine lohnende Investition.

Sepp

Donnerstag, 27. August 2009

nix los dies Jahr ...

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Meine allerliebste Allerliebste!

Nun ja, Du hast schon recht, dass wir uns dies Jahr recht wenig noch in den Armen lagen. Vielleicht weil ich meine Prioritäten nicht im Griff habe? Oder auch weil Kontinentalplatten und Weltmeere es uns nicht wirklich einfacher machen? Als bekennender Egoist nehme ich mal letzteres als Wurzel allen Übels an.

Aber trotzdem waren wir bis jetzt recht aktiv > siehe kleine Auswahl am linken Blog-Rand! Wir waren viel mit guten Freunden unterwegs, viel auch mit den Kids, und sind dem ein oder anderen kulinarischen Motiv verfallen. Lass' uns die vielen schönen Stunden in guter Erinnerung halten, sie sind zu wertvoll um im Fotoalbum zu verstauben, und zu schnell verliert man sie hinter der Krümmung von Raum und Zeit aus dem Blickfeld.

Lass' uns neue Pläne schmieden: Wie war das nochmal mit der Bergalm? Wann erwartet und Martha am "L'étoile du nord"? Und wie kommen wir an Lang Lang heran?

Love

Sepp

Dienstag, 25. August 2009

Über Sprache und Ausdruck

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Wenn einer nicht viel spricht, heißt das noch lange nicht, dass er nichts zu sagen hat!

Hier zum Beispiel haben wir ein vielsagendes Bild einer Amphibie, genauer gesagt eines Frosches:



Und um sogar ganz genau zu sein, handelt es sich um einen französischen Frosch aus dem Departement Korsika Süd. Soweit man annehmen kann, sitzt dieser in klassischer Froschhaltung auf dem sprichwörtlichen Seerosenblatt und - ist stumm (weil er sich beobachtet wähnt, womit er ja recht haben könnte).

Trotzdem können wir unterstellen, dass der Frosch, wenn er denn sein Froschmaul aufsperren und sich zu einer Äußerung bequemen, einen froschähnlichen Ton von sich geben würde, etwa "Quaak". Weil wir weiterhin weltoffen und lebenserfahren sind, könnte diese Lautäußerung noch mit einer französichen Klangfärbung verbunden sein, also etwa "la grenouille dit passionnément oui". Schwieriger wird es an der Stelle, wo der stolze Korse durchbricht und sich auf seine Froschschenkel stützend gegen jegliche Coleur eines Festlandeinflusses laut protestierend den Insulaner hervorkehrt.

Weiters kann man aus der sprungbereiten Haltung des Frosches schließen, dass er wohl unmittelbar nach dieser Aufnahme in hohem Bogen in's kühle Nass irgendwo in der unsichtbaren Dunkelheit vor ihm entflohen ist (die Aufnahme entstand am 23. Juli d.J. um 20:34 Uhr).

Warum er wohl das Weite gesucht hat, lässt sich leicht zusammenreimen: der Frosch, in Erwartung einer sinnlichen Begegnung (mit einer Fröschin?) sieht sich unversehens von Blitzlicht geblendet, von einem Objektiv verfolgt, und dahinter eine hässliche Riesengestalt, bei welcher es sich im besten Fall um ein verzaubertes Froschwesen in Menschenformat handelt, welches nur durch den Verzehr eines halben Kilos schmackhafter Maden auf einen Satz wieder in seine schöne Froschform zurückverwandelt werden kann.

Könnte aber auch sein, dass er sitzen blieb, in Erwartung noch schlimmerer Ereignisse, wohl wissend, dass er das unselige und unweigerlich nächste Glied in einer langen Reihe von Vendetta Rachemorden werden würde, weil sein UrUrUrgroßneffe mütterlicherseits zur Unzeit eine Stubenfliege verspeiste, just in dem Moment als ein volltrunkener Seeräuber diese erschlagen wollte, und dadurch versehentlich den Nebenfrosch aus der Nachbarschaft getroffen hat.

Und all das haben wir erfahren, noch bevor der Frosch auch nur ein einziges mal mit der Wimper gezuckt, geschweige denn auch nur den leisesten Ton von sich gegeben hat.

Das meinte ich mit "Sprache und Ausdruck".

Sepp

Ljudmila schrieb ...

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eine ganz liebe Antwort auf mein Brieflein, und hat dieses ganz und gar nicht als Obsönität aufgefasst, sondern als eindeutig zweideutige Manöverkritik:

Das mit den Hemdkrägen tue ihr leid, liege aber wohl auch daran, dass es in meinem (gemieteten) Kleiderschrank an und ab etwas eng zugehe, und auch nicht ausreichend Kleiderhaken zur Verfügung stünden (auf Manager-Hochdeutsch: eindeutig Rückdelegation!)

Außerdem seien die weißen Hemden ohnehin schwer sauber zu bekommen, mangels Qualität des Waschmittels, was bei bunten Hemden nicht weiter auffiele, weil diese eben genau so bunt wären wie die diversen verbleibenden Ränder und Flecke. Es sei daher dringend anzuraten, doch zu "Vanish Oxi Action" zu greifen, welches zwar sauteuer sei, aber keinen Wunsch nach Sauberkeit offen ließe (Kostenpunkt: 120 Hrywna, also etwa 10 Euro; da sage noch einer, Werbung würde nicht wirken!)

Und wenn wir schon eben dabei wären so frei von der Leber weg zu plaudern, dünke es sie mir gleich auch mitteilen zu müssen, dass der Wischmob in die ewigen Wisch- respektive Mobgründe eingegangen sei, und ob es denn angemessen wäre und meine Zustimmung fände, einen neuen ebensolchen zu beschaffen.

Jegliche allenfalls verursachte Unannehmlichkeit täte ihr außerordentlich leid, aber so sei das nun mal eben.

Ich erkläre mich spontan mit sämtlichen Vorschlägen zur Verbesserung der Haushaltsführung in qualitativer Hinsicht vorbehaltlos einverstanden, und hinterlege schon mal eine größere Summe Geldes, harrend der Dinge, die sich da nun zum Besseren wenden mögen ...


Frühstück von heute morgen, nachdem ich etwa um halb vier Uhr ohne Grund aufgewacht war, und mich bis zum Morgengrauen mit Seneca beschäftigt habe:



Zwei mal Ciabatta, feste mit Butter bestrichen, einmal mit Käse und halbierten weißen Weintrauben belegt, und einmal mit Anchovis, die eigentlich seltener zum direkten Verzehr empfohlen werden, aber sich auf dieser Unterlage wunderbar ausnehmen. Dazu eine überreife Minitomate.

Begleitung: eine gute Tasse Tee, Marke "Greenfield - Spring Melody", eine zarte Frühlingsmischung diverser Schwarzteesorten, so gar nicht passend zur Jahreszeit, da es um und um schon merklich zu herbsteln beginnt, und die Kastanien schon ihre braunen und gelben Blätter abzuwerfen sich anschicken. Aber schmecken tut sie allemal, die Spring Melody.

Hernach, das muss auch gesagt werden, hatte ich noch Muße genug, eine alte. lieb gewonnene Krawatte, die ich seit Monaten nicht mehr getragen habe, weil das hintere Schlauferl einseitig sich abgelöst hatte (man konnte also das dünne Ende der gebundenen Krawatte nicht mehr hinter dem breiten Ende fixieren), zu nähen, und diese somit wieder tragfähig hinzukriegen.

Von anderen Schicksalsschlägen mal abgesehen, also ein recht gelungener Tag!

Sepp

Montag, 24. August 2009

Independence Day

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Am 24. August 1991 erlangte die Ukraine ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion, feiert also heuer den 18. Jahrestag dieses Ereignisses. Auf Kreschatik fand aus diesem Anlaß eine große Parade aller Waffengattungen statt.

Leider war der Ort des Geschehens so weitläufig abgeriegelt, dass ich mit der Kamera in keine vernünftige Perspektive kommen konnte. Vermutlich ging irgendwo in der Gegend der Präsident oder die Premierministerin oder gar beide um, so dass es wohl gut war nicht nährer d'ran zu sein, um nicht von den Funken, welche zwischen den beiden ständig sprühen, in Brand gesetzt zu werden.

Der Bildausschnitt unten stammt von der Aufstellung, etwa eine Stunde vor der Parade (9 Uhr Vormittag Kyiver Zeit). Es handelt sich wohl um eine Marineeinheit (denn sie machen einen eher verunsicherten Eindruck, da weder Wasser noch Fregatte in erreichbarer Nähe zu sein scheinen).




Also habe ich nach mehrmaligen, erfolglosen Versuchen, durch die Absperrung zu kommen, der Parade den Rücken gekehrt, und mich pflichtbewußt auf den Weg in's Büro gemacht.

Da ich dort heute der einzige war, ist es mir endlich gelungen, meine Siedlungskartons endgültig auszuräumen. Damit bin ich dann haarschaft an einem anderen Jahrestag vorbeigeschrammt: wir sind im Oktober 2008 von Fizkultury nach Kolektorna übersiedelt, und es hat nichteinmal ein Jahr gedauert, bis ich wieder alle Unterlagen sortiert hatte! (daraufhin genehmige ich mir heute ein Glas Rotwein und einen Saunagang)

Was die Philosophie anbelangt, so bin ich heute bei Seneca gelandet: "Von der Kürze des Lebens". Irgendwie denke ich am richtigen Weg zu sein, was die Literaturauswahl betrifft.

Am Holzweg dagegen bin ich mit meinen Sprachkenntnissen:

Habe eine übesetzte Nachricht für Ljudmila hinterlassen: "Obacht beim Hemden bügeln! So mancher Kragen ist nachtragend, was ich hernach beim Tragen auszubügeln habe!" (ist auf Deutsch ein schönes Wortspiel, auf Russisch möglicherweise eine Obszönität)

Als ich am Abend in die Wohnung zurückkehrte, fand ich eine seitenlange Entgegnung meiner lieben Haushälterin vor, auf Kyrillisch versteht sich. Werde darüber berichten, sobald ich jemanden gefunden habe, der sich das zu übersetzen traut.

Kulinarisch nix Neues: Restlessen nach einem verlängerten Wochenende (heute war ja Feiertag), also diverse Gemüse wie Champignons, rote Paprika, Zwiebeln u.s.w. leicht angebraten und schlussendlich mit Käsescheiben belegt und im Backrohr bei voller Glut (nennt man das so?) gratiniert. Freilich nicht ohne vorher etwas Olivenöl und Salz dranzugeben.

Sepp

Freitag, 21. August 2009

Philosophie & Leidenschaft

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Auch wenn es verwundern mag: nach meinem bisherigen, erst kurz weilenden Studium der Philosophie habe ich festgestellt, dass diese recht viel mit Leidenschaft zu tu'n zu haben scheint. Erst der Disput zwischen verschiedenen Denkrichtungen hat so manche Glut entfacht, und zu Höchstleistungen in Rede und Gegenrede angespornt. Der Acker der Philosophen war und ist zudem das pure Leben, also Leidenschaft in all ihren Facetten.

Ein recht schönes Bild hiervon liefert Voltaire in seinem "Candid", welcher zu Beginn seiner Geschichte vom Schlosse vertrieben wird, da seine Liebe zu Kunigunde, der Tochter des Barons zu sprießen beginnt, die ihn forthin durch seine weitere Lebensgeschichte begleiten und steter Antrieb sein wird.

Eine Stelle daraus, die mir besonders gefällt (aus dem 14. Kapitel, "Wie Candid und Cacambo bei den Jesuiten in Paraguay empfangen wurden"):

Candid muss aus Buenos Aires fliehen, und seine verehrte Kunigunde dort in der Gewalt des Statthalters zurücklassen. In seiner Klage darüber versucht sein Gefährte Cacambo ihn zu beruhigen mit den Worten:


"Sie wird den Mantel nach dem Winde drehen, ..., Frauen sind niemals in Verlegenheit; für sie sorgt der liebe Gott; schnell, schnell."


Naja, ich gebe schon zu, das ist ohne die ganze Geschichte drum herum etwas dünn, aber es sei niemand davon abgehalten, das ganz Büchlein zu lesen, falls er es noch nicht getan hat. Ist der schöne Versuch einer Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Vielleicht sogar der einzig erfolgreiche?

Jedenfalls bin ich in philosophischen Dingen nichts weiter als ein armseliger Student, aber trotzdem der Leidenschaft unumkehrbar anheimgefallen. Und hier ist sie, meine Leidenschaft:






Menüvorschlag gibt es heute keinen, denn Liebe begehrt zwar, ist aber durch das herrlichste Festmahl nicht zu stillen. Daher bleibt die Küche in Kyiv heute kalt, ich blättere lieber in alten Fotoalben. (um ganz ehrlich, aber weniger romantisch zu sein, ich scanne die Festplatte nach JPG's meiner Leidenschaft durch)


Sepp

Montag, 17. August 2009

Almrausch-Rätsel

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An dieser Stelle sind die Geheimagenten unter uns gefordert. Möglicherweise auch die alpinen Kombinierer oder ganz-genau-Hingucker:


Das 1. Bild wurde am 15. August 2009, etwa 11 Uhr Vormittags aufgenommen. Insider mögen im Hintergrund den Vorderen Gosausee vermuten (haha, das war ein höchst philosophischer Wortwitz), was aber nichts zur Sache tut. Vielmehr sei festgehalten, dass hier - nebst anderen - zwei höchst sportliche und womöglich angesehene Mitglieder des Alpenvereins, Sektion Salzburg abgelichtet sind. Blickwinkel der Aufnahme - grob geschätzt - etwa von Nord nach Süd.




Das 2. Bild aber wurde nur einen Tag später, am 16. August 2009, ebenfalls um etwa 11 Uhr am Vormittag aufgenommen, nahezu an derselben Stelle, nur diesmal eher von Süd nach Nord fokussiert (daher weder im Hinter- noch im Vordergrund der vermutliche Vordere (oder auch Hintere) Gosausee). Das Unfassbare aber ist, dass nun fünf ehrbare Mitglieder des Alpenvereins, abermals Sektion Salzburg zu sehen sind, obwohl es sich bei genauerer Betrachtung im dieselben Leutchen zu handeln scheint.




WAS IST DA PASSIERT?


Bevor wir das Geheimnis lüften, sollte der geneigte Leser seine Großhirnrinde bemühen, und zumindest eine Thorie aufstellen. (Auflösung daher frühestens im nächsten Post, Kommentare herzlich willkommen; unflätige Wörter darf jeder für sich behalten)

Vorerst der heutige Menüvorschlag, welcher gleichzeitig als dezenter Hinweis verstanden werden könnte: Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster

Zubereitung: bei der Wirtin der Gablonzer Hütte auf 1.550 m Seehöhe bestellen, da in dieser Höhe jeglicher eigene Kochversuch selbstverständlich und sowieso zum kläglichen Scheitern verurteilt ist. Was der kulinarsich beschlagene Alpinist, auf selber kochen bestehend hier äußerstenfalls zuwege brächte, wäre ein durch Rauchschwaden ausgelöster Einsatz der Bergrettung samt Hundestaffel und Helikopter. Daher: vertraue immer deiner Wirtin!

Getränkeempfehlung (sehr zu empfehlen):

Vorher: Zirbenschnaps (liebevoll auch "Zirberl" genannt)

Dazu: Zirbenschnaps (an dieser Stelle auch "no oan" genannt)

Nachher: Zirbenschnaps (es genügt ein einfacher Wink, Worte überflüssig)



Sepp

Dienstag, 4. August 2009

Das Liebeslied

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Ein Dichter schrieb einmal ein Liebeslied, und es war wunderschön. Er fertigte davon viele Abschriften an und sandte sie seinen Freunden und Bekannten, männlich wie weiblich, und sogar einer jungen Frau, der er nur ein einziges Mal begegnet war und die jenseits der Berge lebte.

Und ein, zwei Tage darauf kam ein Bote von der jungen Frau und überbrachte ihm einen Brief. Darin schrieb sie: "Seid versichert, das Liebeslied, das Ihr für mich geschrieben, hat mich tief berührt. Kommt sofort und sprecht mit meinen Eltern, und wir wollen unsere Verlobung ausrichten."

Der Dichter beantwortete den Brief und schrieb der Frau: "Meine Freundin, das war nur ein Liebeslied aus einem Dichterherzen, von jedem Mann für jede Frau gesungen."

Und sie schrieb ihm abermals und sagte: "Heuchlerischer Lügner! Von diesem Tag an, bis ich zur Grube fahre, werde ich um Euretwillen alle Dichter hassen!"


aus "Der Wanderer" von Khalil Gibran


Das war eine der ersten Geschichten, über welche ich zu Beginn meiner "philosophischen Phase" gestolpert bin.

Muss man da nicht einfach dem Genre verfallen? Ist das nicht ein wunderbares Bild von der Unterschiedlichkeit persönlicher "Wahr-"nehmung ein und derselben Wahrheit? Dafür, womit wir täglich zu tu'n haben?

Könnten wir uns nicht jede Menge Management-, Gruppendynamik-, Konfliktlösungs- und Kommunikationsseminare sparen, wenn wir nur diese Zeilen aufmerksam läsen und verinnerlichten? Weil's eben "menschelt"?


"Mein Team" am Beginn eines zweitägigen Outdoor Team-Buliding am 31. Juli 2009 in einem Wald nordwestlich von Kyiv. Ein Haufen Leutchen, die mir verdammt am Herzen liegen ...



Sepp

Montag, 3. August 2009

Schopenhauer & Ljudmila

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Mir ist heute folgendes aufgefallen: Schopenhauer kennt (fast) jeder, Lyudmila aber kaum jemand.

Das liegt daran, dass Mila meine Haushälterin ist, die einmal die Woche dafür sorgt, dass mein Singlehaushalt nicht wie ein solcher aussieht, alles gewaschen und gebügelt und feinsäuberlich geordnet und aufgeräumt ist.

An dieser Stelle ist mir noch etwas aufgefallen: jeden Freitag oder Montag Morgen, also kurz bevor Mila ihres Amtes waltet, überkommt mich selbst die Ordnungsliebe, ich spüle alles Geschirr der letzten Woche ab, räume auf, putze meine Schuhe, trage den Müll raus, und sortiere im Kühlschrank alles aus, was dort Eigenleben zu entwickeln beginnt.

Wie passen diese Feststellungen zusammen? Ganz einfach: Mila ist nicht nur meine Haushälterin, sondern auch eine Respektsperson, welcher zu beweisen wäre, dass sie für einen aufrichtigen, braven Kerl schwarz arbeitet, und nicht für einen hergelaufenen Schlendrian. Auf den Punkt gebracht ließe sich auch sagen, dass obiger Nachweis erbracht wäre, sobald die Putze völlig umsonst angestellt ist, weil man kurz vor Ihrem Erscheinen ja schon jegliche Hausarbeit selbst erledigt hat. Freilich ist schwerlich zu beantworten, was dieser Fimmel bei der armen Mila selbst auslöst. Da stünden einmal (nebst anderen) zur Auswahl:

"Mein Chef ist ein Trottel: Er zahlt mir jede Woche für nichts ein schönes Gehalt, und macht dann die ganze Arbeit doch selbst. Hoffentlich hält dieser Zustand hellen Wahnsinns noch lange an."

"Mein Chef hält mich für armselig und unfähig: Obwohl ich mich jede Woche um alles und jedes zu kümmern bereit bin, macht er doch vorher alles selber. Er denkt, ich würde das nicht halb so gut hinkriegen. Ich bin tief gekränkt und werde dem Schuft bald alles hinschmeißen."

"Mein Chef ist ein wahrlich ordentlicher Bursche: Kein Krümelchen liegt herum, die Schuhe sind stets geputzt, das Geschirr abgewaschen. Wenn ich da ein meinen Ljubomir zuhause denke, befällt mich gleich der blanke Zorn."

Menüvorschlag für heute: Vareniki mit Pilzfüllung (geht schnell, schmeckt gut)

Vareniki ist ein Ukrainisches Nationalgericht: Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, vergleichbar etwa den Italienischen Tortellini, nur besser. Diese Speise wurde schon im Roman "12 Stühle" von Ilja Ilf und Jevgeniy Petrow an entscheidender Stelle erwähnt, als eine der Romanfiguren seine Gattin bittet, ihm keine Vareniki ins Gefängnis zu bringen, weil diese in kaltem Zustand scheußlich schmecken würden (auch zu empfehlen; das Buch meine ich;).

Zubereitung ist einfach: man nehme aus dem Tiefkühlfach die zuvor im Supermarkt gekaufte Tüte Fertig-Vareniki mit Pilzfüllung, werfe deren Inhalt für 10 Minuten in einen Topf mit kochendem Wasser (leicht gesalzen, etwas Öl beigeben). Dann abseihen - und fertig. Ein wahrer Genuss wird es, wenn man daneben in etwas Butter Zwiebelringe goldbraun Röstet, und beides, also Butter und Zwiebeln, über die fertigen Vareniki drapiert. Schmeckt echt krass.

Dazu eine Flasche Slavutich Bier aus der Flasche: einfach unschlagbar!

Und damit sind wir wieder bei Schopenhauer angelangt. Der war nämlich der Ansicht, die bei näherer Betrachtung gar nicht so weit hergeholt erscheint, dass das Dasein ein zweifelhaftes Vergnügen, oder besser gesagt eine einzige Qual sei. Das erkennt man aus seinem gesamten Werk, und erahnt man aus kleinsten Zitaten, wie zum Beispiel:

"Das Leben stellt sich dar als ein fortgesetzter Betrug, im Kleinen, wie im Großen."

oder

"Dass Tage unseres Lebens glücklich waren, merken wir erst, nachdem sie unglücklichen Platz gemacht haben."

Wenn man Arthur S.´s Überlegungen nur ansatzweise ernst nehmen würde, bliebe als eine der wenigen Möglichkeiten über die Runden zu kommen, zum Asketen zu werden.

Daraus folgt, dass jeglichem sinnlichen Genuss, wie etwa auch in stundenlanger, liebe- und mühevoller Arbeit zubereitete Gaumenfreuden, zu entsagen wäre. Demnach kann man auch gleich Vareniki aus der Tiefkühlabteilung zu Tische tragen.

Da ist dann nix dran herumzumäkeln, oder?

Sepp

Sonntag, 2. August 2009

Äsop & Gemüsesuppe mit Shrimps

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Nachdem ich den heutigen Vormittag der finalen Lektüre der Äsopschen Fabelsammlung (Ausgabe Reclam, Griechisch/Deutsch) gewidmet habe, war für ein aufwändiges Sonntagsmenü keine Zeit mehr übrig, zumal ich ja auch noch einkaufen gehen musste (ja, hier haben die allermeisten Geschäfte auch am Sonntag geöffnet, sehr, sehr praktisch).

Natürlich habe ich die Fabeln nur auf Deutsch gelesen, da ich des Griechischen gar nicht mächtig bin. Spannend war das Nachwort des Verfassers, in welchem sich herausstellt, dass die Fabeln des Äsop möglicherweise gar nicht von Äsop stammen, ja es selbigen möglicherweise so gar nicht gegeben hat. Wie dem auch sei, schöne, einfache, moraltriefende Geschichten, die im Kern so einige 500 Jahre vor Chr. entstanden sein dürften, und vielfach bis heute aktuell sind. Lange Rede kurzer Sinn: Hund' worn's scho, de Griech'n!

Heute dann jedenfalls nur kleine Küche, nämlich Gemüsesuppe mit Schrimps, und zwar voll imporvisiert:

> 3 Karotten, ungeschält, je in 3-4 Teile zerkleinert
> 2 kleine Kartoffeln, geschält, geviertelt
> 1 ordentliche Zwiebel, geschält, geviertelt
> etwas Grün vom Lauch (etwa eine Hand voll)
> etwas von der Fenchelknolle (wenig, klein geschnitten)
> etwas vom Krautkopf (war grad mal da)

Das Ganze in einen Topf mit einem halben Liter Wasser (hier: Bonaqua aus der Flasche, da ich dem Leitungswasser nichtmal abgekocht vertrauen würde) kochen, etwa eine Dreiviertelstunde lang. Gleich am Anfang natürlich dazugeben: ein kleines Häufchen Pfefferkörner (ganze) und ein kleines Häufchen Meersalz (grobes).

Irgendwann mittendrin einen Schuss Weißwein dazugeben (würde sagen etwa ein Achtelliter; ich hab' mal Casillero del Diablo (aus Chile) genommen, aus Verlegenheit, weil nix anderes da war).

Irgendwann gegen Ende (etwa 10 Min. vor Schluss) dann einige Löffel Smetana (das ist so eine Art russischer Creme Fraiche) rein, und die Shrimps in beliebiger Menge (ich habe 250g Litauischer Shrimps genommen, die hat mir eine Regalverkäuferin promotet (auf Deutsch: angedreht), auf Russisch versteht sich; da ich nix verstanden habe, habe ich welche gekauft; sind aber eh gut ;-).

Zwischendrin natürlich manchmal umrühren. Sobald die Shrimps gar sind (eben nachdem sie ca. 10 Minuten mitgekocht wurden) ist die Sache auch schon fertig. Dann verspeisen, evtl. mit einem Scheibchen Ciabatta dazu, und wenn der Weißwein kühl ist, darf man sich schon ein begleitendes Gläschen genehmigen. Zumindest schadet das nicht.

Schönheitspreis gewinnt das Süppchen wohl keinen, aber schmecken tut's gut (ähnlich wie beim Zaubertrank des Miraculix).

Um im weitesten Sinne mit Äsop zu sprechen, wage ich folgendes Zitat:

Der Pfau und die Dohle

Als die Vögel über die Königsherrschaft beratschlagten,
verlangte der Pfau, wegen seiner Schönheit zum König ge-
macht zu werden. Da die Vögel sich nun dazu anschick-
ten, sagte die Dohle: "Aber wenn uns unter deiner Herr-
schaft der Adler verfolgt, wie willst Du uns verteidigen?"

Moral (hier meine abgewandelte Formulierung):

Eine Suppe, die gut aussieht, aber nicht gut schmeckt, ist ziemlich umsonst!


Wenn's denn Äsop überhaupt gegeben hat, so möge er mir verzeihen, weiterhin friedlich in seinem Grabe in Delphi (wo er wohl gemeuchelt wurde) ruhen, und sich nicht in selbigem umdrehen.

Danach - das gebe ich zu - bin ich noch im Büro gewesen, und habe ein Schreiben an alle meine Kunden formuliert, um mit ihnen die freudige Nachricht zu teilen, dass wir im ersten Halbjahr 2009 zum größten Kfz-Leasingfinanzierer in Ukraine geworden sind! Und, kaum zu glauben, das ging mir recht leicht von der Hand ...


Sepp